Birkenau muss sich Pforzheim geschlagen geben

(msc) Der TSV Birkenau lieferte bei der SG Pforzheim/Eutingen II einen starken Kampf und gab sich nie auf. Bitter: Die beiden Zähler bleiben nach einer hektischen Schlussphase trotz allem in der Goldstadt. „Die Jungs haben sich an unsere Absprachen gehalten und an einen Sieg geglaubt“, hatte TSV-Trainer Gabriel Schmiedt dennoch kaum etwas an der Leistung seiner Spieler auszusetzen. Der Übungsleiter der Südhessen ist sich sicher: „Heute hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen.“ Der Relegationsplatz zwei rückt somit zumindest aus der Birkenauer Schlagdistanz, bei drei Punkten Abstand ist allerdings auch weiterhin alles offen. „Es dauert noch, bis die Runde vorbei ist“, weiß auch der erfahrene Coach Schmiedt. Für einen seiner Akteure tut die Niederlage besonders weh, wie er verrät: „Ich glaube, Stefan Dietrich hat jetzt noch etwas mehr Schmerzen als zuvor.“ Der Abwehrchef der „Falken“ war mit einer Rippenprellung angeschlagen, stellte sich aber in den Dienst der Mannschaft und auf die Pforzheimer Platte.

Die Goldstädter kamen etwas besser in die Partie, gingen nach dreieinhalb Minuten mit 2:0 in Führung, dann spielten sich aber auch die Gäste ein – und übernahmen sofort die Kontrolle. „Die Aktivität lag von da an bis kurz vor Schluss bei uns“, sagte auch Schmiedt. Ein 3:0-Lauf später lagen die „Falken“ bereits das erst mal in Front, das 4:3 durch SG-Akteur Jonas Stegmüller in der achten Spielminute war die vorerst letzte Führung. Birkenau zauberte den nächsten 3:0-Lauf auf das Parkett, hielt den resultierenden zwei Tore-Vorsprung bis zum Seitenwechsel. Pforzheim gelang zwar bei eigenem Ballbesitz immer wieder der Anschluss, doch die Gäste aus dem Odenwald gaben stets die passende Antwort. Kurz vor der Pause, Stegmüller hatte die SG erneut auf 12:13 heran gebracht, nahm Schmiedt eine Auszeit, in der Schlusssekunde traf Maximilian Pauli dann zum 14:12-Halbzeitstand.

Auch in der zweiten Halbzeit sah es für die Gastgeber zunächst nicht nach einer Besserung aus. Das erste Tor des Abschnitts gelang TSV-Spieler Lars Heckmann, der kurze Zeit später den ersten Vier-Tore-Abstand herstellte. 17:13, Birkenau war auf dem besten Weg, den Kampf um die Relegationsplätze noch spannender zu machen. Doch genau das wollte Pforzheim verhindern, kämpfte sich auf 17:18 heran. Die Aufholjagd fand dann indes ein Ende, dass die SG selbst verschuldete: Keeper Dennis Handtmann wurde des Feldes verwiesen, bekam eine Disqualifikation samt Bericht. Birkenau nutzte die Gunst der Stunde und verschaffte sich erneut Luft. 13 Minuten vor Spielschluss stand es wieder 22:19 für die „Falken“.

„Das ist der einzige Vorwurf, den ich meiner Mannschaft heute machen kann“, erklärte auch Schmiedt: „Sie haben es verpasst, den Sack zuzumachen, als wir mit drei vorne lagen.“ Danach, so der Coach weiter, gab es einige unglückliche Situationen, die letztendlich zur erneuten Aufholjagd Pforzheims führten – gipfelnd in einer hochdramatischen Schlussphase. Während die Birkenauer wie vom Pech verfolgt schienen, gelang Pforzheim sogar die 25:24-Führung. Gerrit Fey erzielte dreieinhalb Minuten vor dem Ende den Ausgleich, dann funktionierte kaum noch etwas beim TSV. Technische Fehler, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen – und 14 Sekunden vor Abpfiff auch noch das 25:26. „Wir waren nah dran – das tut weh“, gab Schmiedt zu. Die Art und Weise, wie sein Team auftrat, gibt ihm aber Mut: „Ich hoffe, dass uns das noch mehr zusammenschweißt.“

SG Pforzheim/Eutingen II:
Handtmann, Wark; Ungerer 1, Wilhelm 3, Gallus 1, Stegmüller 4, Bossert 7/1, Gerlich 3/1, Kraus 3/1, Gerwig 2, Zucker, Langenfeld 2.

TSV Birkenau:
N. Heckmann, R. Dietrich; Höhne 1, Suschlik, Gutsche, Fey 8, Schmidt 3, S. Dietrich, Kinscherf 3, Baumann, Böhm 2, Pauli 2, L. Heckmann 6.

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