Falken geht die Luft aus

(msc) Zwei Drittel der Partie sahen nach einem Duell auf Augenhöhe aus, doch in den letzten 20 Minuten zeichnete sich dann ein klares Ergebnis an. Tabellenführer und Spitzenreiter HC Neuenbürg gewinnt auch gegen die Falken des TSV Birkenau mit einem souveränen Erfolg.

Die Südhessen hielten dem konsequenten HCN gegen Spielschluss nicht mehr stand und mussten so eine bittere 27:37-Niederlage quittieren. „Statt das gute Niveau der ersten Hälfte beizubehalten, haben wir nachgelassen“, gab TSV-Trainer Gabriel Schmiedt zu: „Neuenbürg dagegen nicht.“ Für die nächsten Aufgaben – angefangen mit dem großen Derby in Heddesheim – gilt es für die Falken jetzt schnellstmöglich zu genesen. „Es ist unsere Aufgabe, wieder auf die Beine zu kommen“, so auch Schmiedt.

Dabei sah es zunächst tatsächlich gut aus für seine Falken. Die Odenwälder gingen nicht nur durch einen Siebenmeter von Sascha Höhne nach 101 Sekunde in Führung, sie lagen auch in der 14. Spielminute wieder mit 7:5 in Front. Die Neuenbürger Auszeit sorgte zwar für den zwischenzeitlichen Ausgleich, doch ein Doppelpack von Spielführer Gerrit Fey stellte den alten Abstand wieder her. „Beide Teams haben im ersten Abschnitt auf einem sehr guten Niveau gespielt“, erklärte Schmiedt die stärkste Phase des Spiels. Dann kam aber der Bruch. Drei Tore des HCN drehten die Partie. Die folgende TSV-Auszeit brachte nichts ein, ein verworfener Siebenmeter und ein weiteres Gegentor – schon stand es 12:10 für die Hausherren. Der Ausgleich gelang in der Schlussminute, doch damit ist die erste Halbzeit noch nicht erzählt: Zwei Unkonzentriertheiten des TSV, die Neuenbürg eiskalt ausnutzte, führten zum 14:12-Halbzeitstand.

Statt also mit einem Remis in die Pause zu gehen hatten die Odenwälder schon wieder ein Zwei-Tore-Defizit im Nacken sitzen. „Ein, zwei Abspielfehler hatten wir drin, das passiert im Laufe einer Partie aber“, sah Schmiedt das noch gelassen: „Trotzdem ist es schade, dass wir nicht mit einer Führung in die Pause gegangen sind.“ Die ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel blieben hochspannend, dann baute der TSV nach und nach ab. „Wir konnten in dieser Woche kaum gemeinsam trainieren, da wir sehr viele Angeschlagene haben“, erzählte Schmiedt: „Das hat man dann ab der 40. Minute gesehen – es hat heute den Unterschied ausgemacht.“

Nun schlichen sich immer mehr Fehler ein, die Gastgeber nutzte diese zudem geschickt aus. „Neuenbürg hat gerade nach der Pause jeden unserer Fehler knallhart bestraft“, wusste Schmiedt. Trotzdem gibt er die Schuld an der letztendlich hohen Pleite für die Falken nicht nur der Stärke des ungeschlagenen Tabellenführers. „Wir haben 17 Bälle vertändelt, durch Abspielfehler und technische Fehler“, ärgerte sich der Coach der Odenwälder über die eigene Leistung: „Zu oft haben wir die falschen Entscheidungen getroffen.“ Mit Blick auf die kommenden Aufgaben in der Fremde wird es so nicht unbedingt leichter. „Es ist eine ungünstige Zeit zum Verlieren, da wir jetzt die drei Auswärtsspiele in Folge mit einer Niederlage starten“, bekannte Schmiedt.

HC Neuenbürg:
Kaufmann, Eitel; Frauendorff 2, Pietrucha 1, Kern 1, Werling 3, Nonnenmacher, Kraus 7, Angrick 4, Kracht 5/1, Nölle 1, M. Langjahr 9, K. Langjahr 4, Bäuerlein.

TSV Birkenau:
R. Dietrich, Fremr; Höhne 3/1, Fey 6, Kümpel 2, Barrientos, Kinscherf, Böhm 7/3, S. Dietrich 1, Zehrbach, Helbig, Schneider, Kleis 8, Conrad.

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