Falken erneut glücklos

(msc) Die Saison bleibt für die Falken des TSV Birkenau ein zweischneidiges Schwert. Ohne Kapitän Gerrit Fey, der sein Team aufgrund einer Schulterverletzung lediglich von der Bank aus unterstützen konnte, mussten sich die Odenwälder der SG Stutensee-Weingarten geschlagen geben. „17 Tore pro Halbzeit zu bekommen, da war einfach kein Wille und keine Bereitschaft in der Abwehr vorhanden“, war Sebastian Brehm, Sportlicher Leiter des TSV Birkenau, zu Recht unzufrieden. Während man also immer wieder das spielerische und auch kämpferische Potential der TSV-Truppe erkennen kann, setzt es auf der anderen Seite auch immer wieder Rückschläge. „Wir hatten die ganze Zeit über eigentlich keinen Zugriff auf das Spiel“, ärgerte er sich über die 29:34-Niederlage: „Wir waren nie wirklich auf der Platte bis zur Schlussphase.“

Zum Start der Partie ging es noch recht ausgeglichen zu. Ausgerechnet Abwehrspezialist Matthias Conrad eröffnete den Torreigen nach 35 Sekunden, zwölf Sekunden später traf Gäste-Akteur Marvin Morlock von der Siebenmeter-Linie zum Ausgleich. Die erste Minute ließ es bereits erahnen: Beide Teams wollten heute ein packendes Spiel zeigen. In der Anfangsviertelstunde gelang dieses Vorhaben auch allen 14 Beteiligten auf dem Parkett, Marian Kleis netzte gerade zum 7:8-Anschluss für die Falken ein. Dann legten die Gäste aber eine Schippe drauf – zum Leidwesen der Hausherren. Die fünf folgenden Treffer wurden nur durch zwei Tore von Jonas Böhm durchbrochen, trotzdem zog die SG Stutensee-Weingarten allmählich auf 12:8 davon. „Wir haben über 3-2-1, 6-0 und 4-2 alle Abwehr-Formationen ausprobiert, offensiv auch den siebten Feldspieler gebracht – das hat funktioniert, aber im Gegenzug haben wir dann direkt wieder das Tor kassiert“, beschrieb Brehm die Probleme, die sich auch durch Flexibilität nur bedingt lösen ließen. Dieses Vier-Tore-Defizit steckte den Gastgebern zunächst in den Knochen. Doch Nicolas Barrientos sorgte bis zur Pause mit einem Doppelpack zum 15:17 für ein angenehmeres Ergebnis.

Direkt nach dem Seitenwechsel legte er das dritte Tor nach, doch die Gäste gaben nicht klein bei. Sie drehten weiter auf, hatten schnell den alten Vier-Tore-Abstand wieder hergestellt. In der 40. Minute musste Birkenau-Coach Axel Buschsieper dann sogar eine Auszeit nehmen, denn der Rückstand war mittlerweile auf fünf Treffer angewachsen. Es dauerte allerdings weitere acht Minuten, bis sein Team sich erfolgreich an die Aufholjagd wagte – dann aber so richtig. Aus einem 24:30 wurde binnen sechs Minuten ein 28:30 – es schien, als könnten die Falken mit dem Momentum auf ihrer Seite sogar noch etwas Zählbares aus den letzten sechs Minuten holen. „Nicolas Barrientos war stark, auch Keeper Nils Heckmann – da ging auf einmal ein Ruck durch die Mannschaft, durch den wir wieder rangekommen sind“, erklärte Brehm. Nach Heckmanns Torwarttreffer war die Luft dann allerdings raus, die Gäste dafür wieder am Zug. Den Grund für die Unterbrechung dieser starken Phase sah der Sportlich Leiter in einigen unglücklichen Situationen: „Dann kommen ein zwei Aktionen, die schief gehen und wir haben wieder hängende Köpfe. So haben wir es nicht geschafft, das Momentum mitzunehmen.“ Unter dem Strich geht die 29:34-Niederlage daher in Ordnung, der Schlusspunkt war zumindest wieder dem besten TSV-Torschützen Jonas Böhm vorbehalten, der per Siebenmeter sein achtes Tor an diesem Abend markierte.

TSV Birkenau:
Heckmann 1, R. Dietrich; Höhne 4/1, Gutsche, Kreis, Barrientos 3, Kinscherf 1, Böhm 8/2, S. Dietrich 1, Zehrbach, Helbig, Schneider 2, Kleis 6, Conrad 3.

SG Stutensee-Weingarten: Boudgoust, Helfenbein; Waltert 5, Baumann 3, Weickum 7, Meinzer 1, Senn 5, Bieberstein 3, Albat 3, Ockert 4, Mügendt, Morlock 3/1.

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