Heddesheim besteht in Birkenau

(msc) Zwei mit Trommeln bepackte Fanlager, eine gut besetzte Langenberghalle und allem voran zwei Teams, die sich nichts schenkten. Das Derby zwischen dem TSV Birkenau und der SG Heddesheim hatte alles parat, was man sich von einem waschechten Derby wünschen kann – einzig der obligatorische Außenseitersieg blieb aus. Die Löwen aus Heddesheim waren nämlich bei ihrem 28:24-Erfolg ein Stück zu gut für die Birkenauer Falken.

Falken-Trainer Axel Buschsieper war trotz der Niederlage aber noch in guter Stimmung: „Vom Einsatz und dem Kämpferischen her bin ich super zufrieden, wir haben 60 Minuten lang dagegen gehalten.“ Zwar konnte sein Team nicht wie zuletzt einen Favoriten stürzen, doch gut verkauft hat es sich im Derby, auf das sich beide Teams leidenschaftlich gefreut hatten. „Wir haben uns viel vorgenommen vor der Partie, waren alle heiß“, sagte beispielsweise Heddesheims Philipp Badent, der mit neun Treffern bester Torschütze der Partie wurde.

Direkt zum Start unterstrich der TSV allerdings, dass er auch in dieser Woche ins Titelseiten eingreifen wollte. Bei keinem der ersten drei Angriffe mussten sie ein Tor hinnehmen, die Defensivreihen standen auf beiden Seiten sicher. Erst als sich die Falken nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Matthias Conrad selbst dezimierten, setzte es das 0:1 – nach fast sechs Minuten. Im Gegenzug glich Conrad jedoch umgehend wieder aus. Ausgeglichen, hart umkämpft und mit Leidenschaft geführt: Die Anfangsphase versprach das Derby, dass sich Handballfans erhofft hatten. Nach einer Viertelstunde dann die Überraschung, eine Mannschaft legte mit drei Treffern vor. Doch es war nicht der Tabellenführer aus Heddesheim, sondern das Heimteam. Mit einem 5:8-Defizit im Nacken kam für die SG nur noch die Auszeit in Frage. Mit Erfolg, Heddesheim fegte im Anschluss einen 5:0-Lauf aufs Parkett. Bis zum Pausenpfiff hielt der Vorsprung indes nicht. Die Falken griffen nämlich wieder an und durften folgerichtig mit einer 13:12-Führung in die Kabine. Nicht zuletzt hatte Keeper Ruven Dietrich daran seinen Anteil, der nach seiner Einwechslung drei Paraden zeigte, bevor ihn die SG überwinden konnte.

Im zweiten Abschnitt schien dann aber die Zeit der Löwen gekommen zu sein. In der Abwehr gingen die Falken hin und wieder ungeschickt zu werke, sodass die Löwen zu einfachen Toren von der Siebenmeterlinie kamen. Die Offensive spielte sich dagegen immer wieder schön frei, ließ aber die nötige Zielgenauigkeit vermissen und scheiterte mehrmals an SG-Keeper Robert Dulina oder dem Aluminium. „Wir hätten in ein paar Situationen noch mehr über den Kreis spielen müssen, haben zudem unsere freien Chancen verpasst“, haderte Buschsieper etwas. Es blieb jedoch nur bei einem knappen Vorsprung für Heddesheim. Das Zittern war nun also weiterhin angesagt, Birkenau noch nicht abgeschrieben. „Wir wissen, was Birkenau drauf hat bis zum Ende war es spannend“, erklärte Badent. „Ich bin sehr zufrieden, weil wir so lange dagegen gehalten haben“, so TSV-Trainer Buschsieper. Mit diesem Inbegriff an Spannung und Derbystimmung ging es dann auch in die Schlussphase. Badents Gegenstoß zum 23:20 war dann sieben Minuten vor Schluss der erste Hinweis darauf, dass es dieses Mal nichts werden würde mit dem direkten Eingreifen in den Kampf um die Oberliga. „Wir haben gegen ein Team gespielt, das 60 Minuten lang die richtigen Entscheidungen getroffen hat“, bewunderte Buschsieper: „Das ist sehr beeindruckend.“ Die Löwen bleiben nämlich durch den hart erkämpften, aber letztlich verdienten 28:24-Erfolg an der Tabellenspitze.

TSV Birkenau:
R. Dietrich, Fremr; Höhne 2, Gutsche 1, Kümpel, Barrientos 2, Kinscherf 4, Böhm 8/2, S. Dietrich 4, Zehrbach, Helbig, Schneider, Kleis 1, Conrad 2.

SG Heddesheim:
Hoffmann, Dulina; Wallenbach, Geiger, Seel 3/2, Pugar 2, van Marwick 4, Badent 9, Kernaja 2, Pagliara 1, Braun 5, Ross, Doll 2, Medler.

Bilder: Steffen Hoffmann

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