Mit den eigenen Waffen

Sebastian Brehm klatschte in die Hände, stand ein letztes Mal von der Auswechselbank auf und streckte die Faust Richtung Hallendecke. Der Sportliche Leiter der Badenliga-Handballer des TSV Birkenau wusste im Moment, als das Auswärtsspiel beim TV Friedrichsfeld abgepfiffen wurde, was seine Falken an diesem Samstagabend geleistet hatten. Man gewann als erstes Team in dieser Saison auswärts in der Lilli-Gräber-Halle, zeigte eine insgesamt überragende Vorstellung und hatte keinerlei Probleme, die zwei Punkte und zeitgleich den siebten Sieg in Folge einzufahren – die Tabellenspitze wurde mit einem 20:15-Erfolg und einer absoluten Demonstration der eigenen Stärke verteidigt.

„Das war sehr diszipliniert, was wir hier gespielt haben“, sagte Brehm. Er war sehr erleichtert, als er kurz nach Abpfiff auf der Spielfläche stand und jeden seiner Schützlinge herzte: „Wir waren sehr gut vorbereitet und auch etwas nervös, weil wir natürlich wussten, dass sich in Friedrichsfeld alle Teams schwer getan haben.“ Gerade, weil dort absolutes Harzverbot herrscht – doch das sollte nicht zu einem Problem für die Falken werden. Perfekt eingestellt von Spielertrainer Sascha Höhne zeigten die in Orange gekleideten Birkenauer, dass sie unter der Woche ohne Haftmittel trainiert hatten und erlaubten sich auch deshalb kaum technische Fehler. Man war hochkonzentriert, hochmotiviert und vollkommen zielstrebig.

„Wir haben Friedrichsfeld mit den eigenen Waffen geschlagen“, sagte Brehm. Was er meinte: Die Falken-Abwehr stand kompakt, Anspiele an den Kreis wurden weitestgehend verhindert, Würfe aus dem Rückraum waren keine Gefahr. Vorne ließ man den Ball gut laufen, erarbeitete sich viele klare Chancen und ging zudem nach Ballgewinnen konsequent in den Gegenstoß. Das Resultat: eine 12:6-Führung zur Halbzeit – Friedrichsfeld hatte keine Lösung.

„Ich bin natürlich überhaupt nicht zufrieden, wie wir gespielt und uns präsentiert haben“, sagte Marco Dubois. Der Übungsleiter der sonst so heimstarken Friedrichsfelder stand häufig ratlos an der Seitenlinie und hatte die Hände in die Hüften gestemmt: „Man muss dem Gegner aber auch Respekt zollen. Birkenau ist nicht umsonst Tabellenführer, sie haben uns zu Fehlern gezwungen und uns vor große Aufgaben gestellt.“ In der Tat, in den Minuten nach dem Seitenwechsel schaltete die Mannschaft angeführt von Mittelmann Gerrit Fey nochmal einen Gang hoch – die Abwehr stand so bombensicher, dass Friedrichsfeld erst zehn Minuten nach dem Wechsel den ersten Treffer im zweiten Abschnitt erzielen konnte. Eine Viertelstunde vor Abpfiff führte man 18:7 – die Partie war lange entschieden. Am Ende war Phillip Kinscherf mit acht Treffern bester Werfer der Partie.

„Unser Konzept ist heute voll aufgegangen“, sagte Brehm. Er sprach einen großen Dank an die mitgereisten Fans aus, die für eine grandiose Stimmung sorgten und die Mannschaft mit Klatschen und Rufen unterstützten: „Das war wirklich super, so kann es weitergehen.“

TSV Birkenau:
Fremr, Walter; Gutsche (1), Fey (2), Spindler (2), Barrientos (2), Kinscherf (8), Böhm (1), Dietrich (1), Zehrbach (1), Kleis (2/1) Conrad.

Bild: Mathias Brock

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