Die Nerven behalten

Gegen Ende zeigte sich die Klasse. Das Spitzenspiel der Handball-Badenliga zwischen dem TSV Birkenau und dem TV Knielingen stand wirklich Spitz auf Knopf, noch fünf Minuten, bevor die Unparteiischen die Begegnung beendeten, war nicht klar, wer als Sieger aus der Langenberg Sporthalle abreisen würde – es stand Unentschieden. Weil die Falken sich davon aber nicht beunruhigen ließen, sondern vielmehr an die eigene Stärke glaubten und so in der Schlussphase viele richtige Entscheidungen trafen, durften sie sich am Ende nicht nur über einen 27:24-Erfolg freuen, sondern ebenso über eine verteidigte Tabellenführung und die Fortsetzung einer beeindruckenden Serie.

„Die Freude ist unübertrefflich“, sagte Gerrit Fey. Der Spielführer wusste natürlich, welche Bedeutung dieser Sieg gegen den direkten Verfolger aus Knielingen hatte. Schließlich ging das Hinspiel in die Hose, es war die einzige Saisonniederlage – nun wurde die offene Rechnung beglichen: „Jeder von uns will gewinnen, das merkt man auf, aber auch neben dem Spielfeld.“ Fey redete davon, dass er extrem stolz auf seine Mannschaft sei und sprach einem seiner Kollegen sogar ein Sonderlob aus: „Jonas Böhm hat am Ende viele wichtige Würfe genommen, die erfolgreich waren.“ Tatsächlich, insgesamt traf Böhm sechsmal und war somit erfolgreichster Schütze der Falken – drei der letzten vier Birkenauer Tore gingen auf seine Kappe, er behielt in der entscheidenden Phase die Nerven.

Dass es überhaupt soweit kommen musste, lag daran, dass Knielingen einen wirklich großen Kampf bot und sich nicht versteckte, obwohl bekannt war, dass die Falken in eigener Halle bisher niemand besiegen konnte. „Es war ein Spiel mit körperlicher Härte und Emotionen“, fasste Fey zusammen: „Insgesamt kann man aber sagen, dass wir als Mannschaft funktionieren und uns auch durch Zeitstrafen oder schwache Phasen nicht aus dem Konzept bringen lassen.“ Wer Tabellenführer ist, hat eben Selbstvertrauen. 

Mit 28:8 Punkten stehen die Falken weiterhin ganz oben im Tableau. Eine Situation, an die man sich im Birkenauer Lager gewöhnen kann – schließlich war der Erfolg am Samstag der achte Ligasieg in Folge. „Unser Spielsystem stimmt einfach und wir vertrauen darauf“, sagte Fey. Er und seine Kollegen haben sich nun erstmal eine kleine Pause verdient, schließlich steht am kommenden Wochenende keine Ligapartie an, erst am 1. März gastiert die Mannschaft von Spielertrainer Sascha Höhne wieder bei der SG Stutensee-Weingarten. 

Jetzt heißt es erstmal regenerieren. 

TSV Birkenau:
Walter, Fremr; Böhm (6), Spilger (5), Fey (4), Dietrich (4), Kleis (3/2), Conrad (1), Brock (1), Kinschef (1), Barrientos (1), Spindler (1).

Foto: Simon Hofmann

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