Es fehlte nicht viel

Trainer von Aufstiegs-Teams stellen sich meist die Frage, ob ihre Mannschaft in der neuen Liga konkurrenzfähig ist. Gerade nach einer langen Pause weiß niemand so richtig, wo er steht und welche Leistung er abrufen kann – vieles ist ungewiss. Holger Schwab war zwar schon vor dem Saison-Auftakt überzeugt, dass seine Falken des TSV Birkenau gegen die Konkurrenz aus der Baden-Württemberg Oberliga bestehen können, am Samstagabend wurde die Einschätzung des neuen Trainers aber nochmal offiziell bestätigt. Im ersten Corona-Heimspiel der neuen Saison, das in der Birkenauer Langenberg Sporthalle 240 Zuschauer sahen, begeisterten seine Jungs mit attraktivem Handball und mussten sich letztendlich nur denkbar knapp mit 26:28 gegen den großen Favoriten vom TSV Neuhausen/Filder geschlagen geben. Zum ersten Punktgewinn der Spielzeit fehlte für die Falken nicht viel.

„Natürlich sind wir im ersten Moment etwas enttäuscht, weil wir wissen, dass mehr möglich gewesen wäre“, sagte Schwab: „Aber mit etwas Abstand überwiegt der Stolz. Wir haben uns gegen ein echtes Spitzenteam sehr gut präsentiert und vorbildlich gekämpft. Da kann ich als Trainer nur zufrieden sein.“

Schließlich legten seine Falken los wie die Feuerwehr. Nach einer Viertelstunde führte man bereits mit 9:5. Und hätte Simon Spilger, der mit acht Toren der beste Werfer des Abends war, nicht noch einen Siebenmeter vergeben, wäre der Vorsprung sogar auf fünf Tore herangewachsen. Hätte, wäre, könnte. 

Tatsächlich kämpften sich die Neuhausener aber nach dem Seitenwechsel zurück ins Spiel, gingen konsequent und mit viel Tempo in den Gegenstoß und erarbeiteten sich deshalb auch verdient eine zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung (48.). Das Spiel war gedreht. Schwab: „Im zweiten Abschnitt haben wir einfach zu viele Chancen vergeben. Sonst hätte die Begegnung sicher nochmal einen anderen Verlauf genommen.“ Magnus Becker, der bundesliga-erfahrene Schlussmann der Neuhausener, brachte die Falken in dieser Phase schier zur Verzweiflung. Dazu kamen technische Fehler, die die MadDogs, wie sie sich selbst nennen, eiskalt mit schnellen Kontern bestraften. Neuhausen konnte nun die eigene Erfahrung und Qualität ausspielen.

Trainer Schwab war deshalb aber nicht verzweifelt, vielmehr zuversichtlich. Er sagte: „Auf so einer Leistung lässt sich aufbauen. Die Jungs wissen, dass sie einen guten Einstand gezeigt haben. Das Spiel stimmt mich positiv für die anstehenden Aufgaben.“

Foto: Mathias Brock

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