Ohne ihn läuft nichts

Wenn am Samstagabend die Schiedsrichter ein Heimspiel der 1. Herrenmannschaft anpfeifen, sitzt einer fast immer am Tisch zwischen den Auswechselbänken – Sascha Dold.
Zeitnehmer und Sekretär ist eine Aufgabe, welche die Vereine bis zur 3. Liga selbst stellen müssen. Wer selbst einmal bei einem hochklassigen Spiel diese Aufgabe ausgeführt hat, weiß was das heißt, permanent Action und volle Konzentration. Die Zeiten bei denen man die Tore der Spieler mit ein paar Strichen auf einem Spielberichtsbogen eingetragen hat, sind längst vorbei. Technische Besprechung mit den Schiedsrichtern 45 Minuten vor Spielbeginn, der WLAN Anschluss des Laptops muss funktionieren, das Spiel wird komplett digital erfasst und sofort nach dem Spiel ins Netz geladen. Damit können Außen Stehende ein Spiel Minuten nach Spielende komplett nachverfolgen. Aber auch das Aufnehmen des Spiels mittels Kamera ist inzwischen Vorschrift, und dies muss innerhalb von 48 Stunden ins Netz geladen werden, sonst gibt es Strafen vom Verband. Eine Aufgabe die gut und gerne mal 2-4 Stunden in Anspruch nimmt. Doch all dies ist nur ein kleiner Teil des ehrenamtlichen Engagements von Sascha. Wir sprachen mit dem Mann, der seit 1983 Vereinsmitglied ist und seit 24 Jahren „Betreuer“ der 1. Männer Mannschaft.

TSV Birkenau
Wie viele Trainer der 1. Mannschaft hast du schon überlebt ?

Sascha
In den ganzen Jahren die ich jetzt schon dabei bin waren das gar nicht so viele wie man vielleicht meinen mag. Wenn ich mich nicht verzählt und niemanden vergessen habe waren es bisher 6 Trainer.

TSV Birkenau
Die Aufgabe am Schiedsgericht ist das eine, zähle uns bitte mal deine anderen Tätigkeiten auf. Bitte in Kurzform, die Tribüne hat nur eine beschränkte Seitenanzahl.

Sascha
Naja, du hast ja schon einiges in deinem Vorwort aufgezählt, außerdem kümmere ich mich darum dass die Tornetze in einem spielbaren Zustand sind oder ob sie auszutauschen sind, was gut 2-3 Std. Arbeit in Anspruch nimmt, kümmere mich darum dass die Jungs in sauberen Trikots (im besten Fall entharzt) auflaufen können, mache bei Auswärtsspielen den Busfahrer, sofern wir nicht mit einem Reisebus unterwegs sind, dass die Jungs sicher und hoffentlich auch entspannt zu den Spielen und auch wieder nach Hause kommen, und noch einige Kleinigkeiten mehr, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.

TSV Birkenau
Und dann bist du oft noch der letzte der die Halle verlässt und zuschließt, weil der Ausschank Dienst schon längst zu Hause ist.

Sascha
Ja, ich bin in der Regel der Erste der bei Heimspielen in der Halle ist und auch der Letzte der die Halle verlässt, man kann fast schon von einem 8 Std.-Tag sprechen den ich bei Heimspielen in der Halle verbringe.

TSV Birkenau
Du hast selbst lange Jahre in der 1c und 1b Mannschaft des TSV gespielt. Ist es die Faszination des Handballs das man eine solche Aufgabe so lange ausübt wie du ?

Sascha
Ich habe selbst über 30 Jahre, inkl. aller Jugendmannschaften Handball gespielt und weiß daher was mir dieser Sport und der Verein alles gegeben haben. Ich versuche nun auf diese Art und Weise dem Verein wieder etwas zurückzuzahlen, auch vor dem Hintergrund dass es in der heutigen Zeit verdammt schwer ist ehrenamtliche Helfer zu finden da das Ganze doch ziemlich zeitaufwändig ist. Es sind ja nicht nur die Spiele die organisiert werden müssen, es gibt auch genug Kleinigkeiten im Trainingsbetrieb die geregelt werden müssen.

TSV Birkenau
Du hast Regionalliga Zeiten miterlebt, viele Jahre Badenliga und jetzt BW-Oberliga. Was war für dich die schönste Zeit?

Sascha
Das schönste Highlight war mit Sicherheit im Jahr 2007 das Auswärtsspiel in HN-Horkheim und dem danach folgenden Aufstieg in die 3. Liga. Wir sind damals, mit dem Wissen dass Horkheim bis Dato in heimischer Halle noch keinen Punkt abgegeben hat und der sogenannte Klassenprimus war, nach Heilbronn gefahren und haben dann vor einer überwältigen und lautstarken Kulisse das Spiel gewonnen. Das war schon ein überragender Moment, für solche Spiele macht man diesen Job gerne.

TSV Birkenau
Aktuell klemmt es beim Personal, vor allem bei den Ausschank Diensten. Hättest du einen Vorschlag wie man wieder mehr Helfer und Unterstützer finden könnte?

Sascha
Eine Patentlösung habe ich dafür natürlich nicht. Vielleicht wäre es hilfreich wenn sich eine Gruppe von Freiwilligen als ein sogenanntes Wirtschaftsteam zusammenfinden würden um den gesamten Hallenverkauf zu managen. Dann müsste man nicht immer bei den einzelnen Mannschaften nachfragen ob sie den Dienst übernehmen. Man müsste dann natürlich darüber reden ob und wie man den Zeitaufwand dann auch dementsprechend entschädigt.

TSV Birkenau
Wir danken dir für das Gespräch und dürfen dir im Namen der Mannschaft ein herzliches Danke Schön für deine Arbeit übermitteln verbunden mit dem Wunsch, dass du noch lange dabei bleibst.

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