„Ein geplanter Aufstieg ist selten gut gegangen“

Mit sechs Neuzugängen gehen die Handballer des TSV Birkenau in die neue Saison der Baden-Württemberg-Oberliga. „Es stand relativ früh fest, dass wir den Kern unserer Mannschaft zusammenhalten können. Daher auch ein Danke an die Spieler, die trotz guter Angebote in Birkenau geblieben sind.

Schade ist nur, dass Sebastian Brehm den Verlockungen der SG Leutershausen erlegen ist, aber mit deren Angebot konnten wir nicht mithalten“, sagte der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH des TSV, Roland Weber, am vergangenen Donnerstag.

„Von den Spielern her herrscht zum Vorstand ein großes Vertrauensverhältnis. Hier werden nie Zusagen gemacht, die nicht gehalten werden können“, verdeutlichte Sebastian Scheffzek, der mit Peter Jano und Dario Tokur den TSV-Mannschaftsrat bildet, warum viele im Odenwald geblieben sind. Gegangen sind neben Brehm lediglich Ruven Dietrich, Christian Heinrich (Viernheim), Jörg Bader (Wiesloch) und Frieder Hansen.

Auch in puncto Führungspositionen setzt der Regionalliga-Absteiger auf Konstanz. Geschäftsführer Roland Weber kümmert sich weiter um die sportlichen Belange. Eine Veränderung gab es jedoch: Als zweiter Geschäftsführer übernahm Daniel Götz am 1. Juni die kaufmännische Leitung und ist damit Nachfolger von Sigurd Heiß, der der Spielbetriebs GmbH als Gesellschafter erhalten bleibt. Trainer bleibt Frank Denne, ihm zur Seite steht weiter Jochen Ritzert als Co-Übungsleiter.

Schwierig, aber am Ende erfolgreich gestaltete sich die Suche nach Verstärkungen beim TSV Birkenau. „Wir mussten einige Rückschläge und Enttäuschungen hinnehmen, gerade bei jungen deutschen Spielern. Da lagen die Vorstellungen über den finanziellen Aspekt mit den unseren auseinander. Aber das hatte auch etwas Gutes: Ohne die Absagen wären wir nie auf Rudolf Varak gekommen. Es war sozusagen großes Glück im Unglück“, freute sich Weber.

Der Kontakt mit dem Tschechen, der in der vergangenen Saison mit dem LHC Cottbus in der Zweiten Bundesliga Nord spielte, kam über einen Vermittler zustande, und Varak (27 Jahre) überzeugte Trainer Frank Denne im Probetraining sofort. „Ich habe selten einen Spieler wie Varak gesehen, der einen solchen Rhythmuswechsel im Spiel durchziehen kann, Tempo macht, Eins-gegen-Eins-Situationen ausnutzen und sich so schnell auf unterschiedliche Gegner einstellen kann. Ich denke, wir werden an ihm viel Freude haben“, prognostiziert der Trainer. Rudolf Varak soll in Birkenau vor allem linke Seite entlasten, auf der bisher Peter Jano stürmte.

Einen guten Eindruck bei den Odenwäldern hinterließ außerdem Tomas Lanci (zuvor TV Hemsbach). „Wenn ich mir die Spiele von Hemsbach angesehen habe, ist mir Lanci immer aufgefallen. Er war einer der Aktivposten in Hemsbach, und ich bin froh, dass wir ihn jetzt haben“, sagte Denne. Lanci soll den Abgang von Sebastian Brehm kompensieren. „Ich denke, dass wir unser Ziel, unsere Abgänge adäquat zu ersetzen, mehr als erfüllt haben“, schätzt Weber. „Mit Andreas Fischer haben wir einen sehr guten Torwart zurückgeholt. Wir leisten uns den Luxus, mit ihm und Tonci Peribonio zwei Torhüter dieser Klasse zu haben“, so der TSV-Geschäftsführer.

Drei Perspektivspieler verstärken zudem den Kader des TSV: Yannic Desch (HSG Bensheim/Auerbach), Sascha Höhne (SKG Ober-Mumbach) und Tobias List (eigene Jugend). Dem erweiterten Aufgebot gehören Jonas Böhm und Simon Spilger (beide ebenfalls eigene Jugend) an. Das Saisonziel ist schon abgesteckt beim TSV Birkenau. Die Odenwälder wollen nach dem Abstieg erst einmal im oberen Tabellendrittel mitspielen. Denn: „Ein geplanter Aufstieg ist selten gut gegangen, daher planen wir nicht damit. Die Meisterschaft wird sicher an der Bergstraße entschieden. Die SG Leutershausen ist knapp im Vorjahr gescheitert, der TV Großsachsen hat sich ebenfalls gut verstärkt. Und wer Meister werden will, muss auch gegen uns gewinnen“, kündigt Weber an.

Quelle: Echo-online.de

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