Schulbank statt Harzball

Manuel Kümpel ist ein Vollblut-Handballer. Das sagt der Rückraumspieler des TSV Birkenau nicht grundlos über sich selbst, schließlich ist der Sport mit dem geharzten Ball schon seit seiner Kindheit ein großer Teil seines Lebens. Vier- bis fünfmal die Woche steht er in der Halle, trainiert selbst oder engagiert sich als Coach in diversen Jugend-Teams. Vieles in seinem Leben dreht sich um den runden Ball. Das Spielgerät wird er – unter Wettkampf-Bedingungen – so schnell aber nicht mehr anfassen. Kümpel befindet sich vor einem neuen Lebensabschnitt, macht mit 28 Jahren Schluss mit dem Handball und beendet seine Karriere bei den Falken mit sofortiger Wirkung.

„Diese Entscheidung ist mir auf keinen Fall leicht gefallen“, sagt Kümpel: „Es hat in der Mannschaft super gepasst, aber aufgrund meiner beruflichen Situation war dieser Schritt nur logisch und notwendig.“ Schließlich steht er nun vor einer neuen Aufgabe: Nachdem Kümpel erfolgreich an der TU Darmstadt Gymnasiales Lehramt studiert hat, beginnt im November sein Referendariat in Viernheim. Er sagt: „Diese Arbeit macht mir extrem viel Spaß und darauf möchte ich in Zukunft meinen Fokus setzen. Es gibt neben dem Handball auch andere wichtige Dinge. Dass ich ihn aber vermissen werde, steht aber außer Frage.“

Denn Kümpel war – trotz einiger schwerer Verletzungen – den Falken immer sehr verbunden. Nachdem er bis zur B-Jugend in Hemsbach ausgebildet wurde, wechselte er damals in der A-Jugend zum TSV Birkenau. Sein erster Jugendtrainer im Verein: Sebastian Brehm, der heutige Sportliche Leiter der Falken. Mit ihm wurde er Badischer Meister, schaffte daraufhin den Sprung in die erste Mannschaft und durfte sich in der Baden-Württemberg Oberliga beweisen. So war es auch Brehm, der Kümpel nach den Zwischenstationen Hemsbach und Schriesheim vor rund drei Jahren wieder zurück zu den Falken holte. Brehm sagt: „Seine Entscheidung ist zwar schade, aber natürlich nachvollziehbar. Manuel ist ein super Typ, der immer alles für die Mannschaft und den Verein gegeben hat. Wir wünschen ihm natürlich auf seinem weiteren Weg alles Gute – bei den Falken ist er immer gerne gesehen.“

In der Halle wird Kümpel sicher öfters vorbeischauen. Dann nicht mehr als Spieler, dafür aber als Zuschauer – schließlich ist er ein echter Vollblut-Handballer.

Foto: Simon Hofmann

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