Unerklärliche Leistung

Jeder Sportler weiß, dass es Spiele gibt bei denen einfach nichts funktioniert. Die Begründungsliste ist lang: ein starker Gegner, Verletzungen, Pech, Schiedsrichter eine schlechte Vorbereitung, eine falsche Taktik usw. usw. Wenn eingefleischte TSV Anhänger 10 Minuten vor Spielende die Halle verlassen und von Arbeitsverweigerung sprechen, ist das allerdings nicht die Regel, ebenso wenig wenn ein Trainer zu einer Auszeit Besprechung nicht mehr zu seiner Mannschaft geht. Und es ist einiges passiert, oder anders ausgedrückt es ist nicht viel passiert im Falken Team an diesem Samstag Abend.

Von Beginn an in Rückstand, keinen Zugriff in der Abwehr, unzählige vergebene Chancen, wenig Gegenwehr. Lustlos war noch eines der harmloseren Adjektive einiger Birkenauer Fans. Die nüchterne Zusammenfassung: Die Falken verlieren vor 100 Zuschauern das Heimspiel gegen den in der Tabelle um einen Platz und zwei Punkte besser platzierten TSV Heiningen mit 20:34, lagen bereits zur Halbzeit mit 10:18 in Rückstand und hatten während des gesamten Spiels nicht den Hauch einer Sieg Chance. Die Art und Weise wie sich die Schwab Schützlinge von ihrem keineswegs übermächtigen Gegner demontieren ließen, dürften noch einige Diskussionen nach sich ziehen.

Dieses Mal werden sich allen voran die Spieler etwas einfallen lassen müssen, um ihren Fans – die im Schnitt immerhin € 8,00 Eintritt zahlen – diese Niederlage zu erklären, sofern ihnen diese Anhänger wichtig sind. Für den sportlichen Leiter Sebastian Brehm gab es keine Ausrede: „Heute hat sich jeder Spieler an die eigene Nase zu fassen“. Auch Holger Schwab und Noah Bausch fanden nach dem Spiel wenig Erklärungen: „Wir haben während des Spiels als es nicht lief alles versucht, unter anderem insgesamt drei Mal die Abwehrsysteme geändert, mit einem 7. Feldspieler gegen die 5:1 Deckung des Gegners reagiert; es war alles egal, die Mannschaft war heute einfach nicht da.“

Wären da nicht zuvor zwei überraschende Auswärtssiege mit einer starken Leistung gestanden, dazu die Rückkehr von Lukas Gutsche, der genau gegen diesen Gegner im Vorspiel einen Armbruch erlitten hatte und seitdem außer Gefecht gesetzt war. Zudem hatten die Gäste aus der Nähe von Göppingen noch kurzfristig den Ausfall von Leistungsträger Felix Kohnle zu verkraften; alles sprach also im Vorfeld dafür, einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt tun zu können.

Gästetrainer Mike Wolz zeigte sich nach dem Kantersieg seiner Mannschaft dennoch gar nicht so überrascht. „Bei Birkenau hatte im Hinspiel alles geklappt. Wir haben uns mit der Abwehr des Gegners und um deren Spielweise mit dem 7. Feldspieler befasst. Heute haben wir uns das Glück erarbeitet und dieses Mal ist uns fast alles gelungen“. Die Abwehr Analyse traf auf jeden Fall zu, denn Heiningens Kreisläufer Simon Kosak erzielte 10 Treffer, dessen Torstatistik vor dem Spiel lag bei 1,6 Treffer pro Spiel. Die zusätzlichen acht Tore anderer Spieler über die Kreisposition kamen hinzu. Und da an diesem Abend einfach gar nichts klappte, lud das Empty Goal durch den 7. Feldspieler den Gegner auch noch zu einfachen Torerfolgen ein. Beim TSV-Teams stand einzig das Bemühen von Lukas Gutsche und Tobias Büttel auf der Haben Seite, auch Torhüter Eric Fremr konnte man anhand der Abwehrleistung seiner Vorderleute keinen Vorwurf machen. Aber dies änderte nichts daran, dass sich die Mannschaft aufgrund ihres Auftretens an diesem Abend Kredit bei seinen Zuschauern verspielt hat.

Ob sich am kommenden Samstag das Spiel ausgerechnet beim Tabellenführer Baden-Baden zur Wiedergutmachung eignet bleibt abzuwarten.

TSV Birkenau: Fremr und Heckmann (n.e.) im Tor, Keil, Gutsche (3), Büttel (4), Spilger (7/3), Clemens, Kuch, Böhm, Dietrich (1), Zehrbach (1), Hirsch (2), Schwarz (2), Bolkart.

TSV Heiningen: Braun u. Wittlinger im Tor, Gerasia (4), Hartl (2), Heim (1), Dürner (5), Schaaf (7/5) Gross (4), Neudeck (1), Kosak (10), Kempl, Zöller, Frey, Kohnle, Weiße

Foto: Simon Hofmann

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