TSV-Falken stellen Flugbetrieb nach 20 Minuten ein

Max

Für die Badenliga-Handballer des TSV Birkenau war die 27:33 (14:16) Niederlage gegen die bereits als Meister feststehende SG Heddesheim ein Spiegelbild der miserablen Rückrunde. Wieder einmal fehlte den Falken die Konstanz, über 60 Minuten ihr durchaus vorhandenes Potenzial abzurufen. Nach 20 Minuten starken Minuten stellten sie den Flugbetrieb nahezu ein und überließen Heddesheim das Kommando in der Langenberghalle.

Auf einmal war keine Durchschlagskraft im Angriff mehr vorhanden und in der Abwehr fehlte die Aggressivität. So konnte Heddesheims Rückraumschütze Felix Hildenbeutel schalten und walten wie er wollte. Mit zehn blitzsauberen Toren aus dem Rückraum nahm er die Birkenauer Einladungen gerne an. Zudem agierten die Hausherren in einigen Situationen einfach zu undiszipliniert und handelten sich neun Zeitstrafen ein, von denen einige vermeidbar gewesen wären. „Wir waren zu oft in Unterzahl. Von der Bank kann man kein Spiel gewinnen und gegen einen Gegner vom Kaliber Heddesheims schon gar nicht“, haderte TSV-Trainer Gabriel Schmiedt mit seinen Mannen. Dagegen bewies Heddesheim Charakter und warf trotz der bereits feststehenden Meisterschaft nochmals all seine Kampfkraft und spielerische Klasse in die Waagschale. „Wir wollten uns nochmals würdig von unseren tollen Fans verabschieden, die uns die ganze Saison über auch zu den Auswärtsspielen begleitet und uns super unterstützt haben“, konnte Heddesheim Trainer Frank Schmiedel mit dem Auftritt seiner Jungs mehr als zufrieden sein.

Schmiedel baute seine Anfangsformation auf einigen Positionen um, schonte Torwart Christian Schemenauer ebenso wie die beiden Goalgetter Martin Doll und Christian Buse. So kam der Meister erst nach etwa zehn Minuten gegen einen in der Anfangsphase richtig gut aufspielenden TSV Birkenau in Tritt. Bis zur 13.Minute dominierte Birkenau durch Tore von Gerrit Fey, Sascha Höhne, Mark Wetzel und Stefan Junkert die Partie und führte verdient mit 7:3. Der Birkenauer Rückraum agierte druckvoll und immer wieder wurden auch die Außenspieler gut eingesetzt, was Robin Grimmer und Stefan Junkert mit ihren Toren zum 10:6 und 11:7 unterstrichen. Nach einem Foulspiel und anschließendem Meckern schickte das Schiedsrichtergespann Dieter Teynor / Frank Klemann zeitgleich Höhne und Varak auf die Bank. Das war eine Art Initialzündung für Heddesheim. Zweimal Dominik Blum und der eingewechselte Felix Hildenbeutel nutzten die 6:4-Überzahl zum 11:10 Anschlusstreffer. Nach dem Ausgleich durch Hildenbeutel, der nun nach Belieben traf, war Heddesheim endgültig auf Siegeskurs. „Wir haben durch die vorgenommenen Umstellungen zehn Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen, sind dann aber im Stile einer Spitzenmannschaft aufgetreten. Zudem hat Felix Hildenbeutel einen Sahnetag erwischt“, freute sich Heddesheims Trainer Schmiedel über die Leistung seiner Jungs im weiteren Verlauf. Gegen die nun gut gestaffelte Deckung des Meisters taten sich Birkenaus Angreifer immer schwerer und konnten den starken Raul Lazaro Garcia im SGH-Gehäuse kaum noch überwinden.

Zur Pause führte Heddesheim bereits mit 14:16 und baute den Vorsprung nach dem Seitenwechsel auf 14:18 und 19:25 aus. „Wir haben uns nochmals richtig in die Partie reingebissen. Jeder alles gegeben“, freute sich Spielmacher Julian Diefenbach über die Leistungssteigerung. In der sehr fairen Partie kochten nur Mitte der 2. Halbzeit kurz die Emotionen hoch. Zunächst flogen Höhne und Fey gleichzeitig vom Platz, weil sich die Schiedsrichter nicht einig waren, wer das Foul überhaupt begangen hatte. Danach wurde ein Foul an Heddesheims Steffen Wacker beim Gegenstoß nicht konsequent geahndet und im Gegenzug sah Sebastian Wingendorf nach einer Tätlichkeit an Höhne die Rote Karte. In der Schlussphase wurde aber wieder Handball gespielt und das vor allem von Heddesheim. Die SGH zog auf 22:31 davon. Nach einigen guten Paraden des scheidenden Paul Koch betrieb Birkenau bis zum Ende noch ein wenig Ergebniskosmetik zum 26:31 und 27:33. „Die Rückrunde verlief nicht nach unserem Geschmack. So dürfen wir uns gerade vor heimischem Publikum nicht präsentieren“, weiß Geschäftsführer Daniel Götz, dass es einiges aufzuarbeiten gilt. Dagegen konnten die SGH-Spieler ausgelassen mit den Fans feiern.  

TSV Birkenau: Heckmann (1.-37.), Koch (ab 37.) und Donath (n.e.) im Tor, Höhne (5/2), Fey (4), P. Grimmer (3), Varak (7/2), von Babka (2), Wetzel (1), Böhm (2), Osada, R. Grimmer (1), Jöst, Junkert (2).

SG Heddesheim: Lazaro Garcia (1.-42.) und Reber (ab 42.) Schemenauer (n.e.) im Tor, Geiger, Diefenbach (3), Wacker (3), Hildenbeutel (10), Blum (4), Wingendorf (2), Winterhalder (2), Buse (2), Doll, Lahme (2/1), Pauli, Dubois (4/4), Kaiser (1).

Schiedsrichter: Teynor / Kleemann (Mannheim). Zeitstrafen: 9:3. Rote Karte: Wingendorf (Heddesheim). Siebenmeter: 5/4:8/5.

Bericht: Martin Fath

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