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Das Freitagsderby gegen den Aufsteiger SG Nußloch entschieden die Birkenauer Falken vor stattlicher Kulisse mit 28:25 (9:12) für sich. Bevor die beiden Unparteiischen die Partie freigeben konnten,  nutzte Birkenaus Präsident Peter Denger die Gelegenheit, Kreisläufer Tobias List, den es studienbedingt nach Münster verschlägt, zu verabschieden. Manchmal gebe es als Präsident eben auch unangenehme und schwierige Aufgaben wie diese zu erfüllen, so Denger.

Er bedankte sich bei Tobias für seinen Einsatz in der ersten Herrenmannschaft, in der er sich zu einem „herausragenden“ Spieler entwickelt habe, und für sein Engagement als Trainer der männlichen C-Jugend.

Nach Anpfiff legten die TSV-Herren mit einem schnellen Tor los. Auch die Abwehr stand von Beginn an sattelfest und so war es nicht verwunderlich, dass die Hausherren nach zwei Minuten 2:0 in Front lagen. Nußloch legte aber prompt nach und egalisierte wieder. Birkenau hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Strafwurf und einen Tempogegenstoß vergeben. Weiterhin gaben sich die Kontrahenten nicht viel und so gelang es keinem der beiden, sich mit mehr als einem Tor abzusetzen. Die Chancenauswertung ließ auf Birkenauer Seite weiterhin zu wünschen übrig. Im Angriff zu ideenlos war einziger Lichtblick die Defensive. In dieser Phase konnten die TSV-Falken von Glück reden, dass auch Nußloch noch nicht zu seiner gewünschten Form fand. Auf beiden Seiten fielen während der ersten 30 Spielminuten ausgesprochen wenig Tore. Nach dem 7:7 (25.) drehten die Gästespieler um Trainer Admir Kalabic auf und erzielten quasi mit dem Halbzeitsignal das 12:9.

Allem Anschein nach fand Birkenaus Trainer Tonci Peribonio in der Pause die passenden Worte. Nach Wiederanpfiff standen plötzlich couragierte Gastgeber auf dem Parkett, die sich nicht so einfach abspeisen lassen wollten. So legte der TSV los wie die Feuerwehr und hatte nach wenigen Minuten den Ausgleich wiederhergestellt (13:13).

Fortan sollten auf TSV-Seite vor allem die beiden Halbspieler Tomas Lanci und Jan-Axel Jost ihre Farben ins Spiel bringen. Nach dem dritten verwandelten SG-Strafwurf und damit verbunden einer Zeitstrafe gegen Birkenaus Rudolf Varak war es zwei Mal in Folge Jost, der den Ball im gegnerischen Tor unterbringen konnte. Doch auch die SG verfügte über einen wurfgewaltigen Rückraumspieler, Ernst Mantek, der beim 16:15 für seine Mannschaft bereits seinen sechsten Treffer erzielte. Die Partie lief vor sich hin und noch sah nichts nach einem eindeutigen Sieger aus. Rudolf Varak, der zuvor wenig Glück beim Abschluss hatte, erzielte nun mit der Brechstange das 20:19. Nach der Zeitstrafe gegen Abwehrspezialist Tobias List (52.) zeigte TSV-Schlussmann Andreas Fischer sein Können und parierte zwei Würfe in Folge. Noch immer in Unterzahl trafen Varak und Lanci und ermöglichten das Absetzen auf 23:21. Die Birkenauer Halle stand Kopf. Die Gästefans auf der einen Seite wollten ihre Mannschaft zum Sieg trommeln, die Birkenauer auf der anderen.

Durch einen einfachen Wechsel war es erneut der Halbrechte Lanci, der den Ball im Netz zappeln ließ. Auch der nächste Treffer ging auf sein Konto. Die TSV-Abwehr arbeitete nun auf Hochtouren, die Aggressivität war spürbar. Es stand 25:23. Beide Seiten leisteten sich nun Fehlwürfe. Zwei Minuten verstrichen, in denen keine Mannschaft ein Tor erzielte, ehe Nußlochs Trainer drei Minuten vor Spielende eine Auszeit nahm. Unmittelbar nach Fortsetzung des Spiels erzielte der junge Mantek den Anschlusstreffer für die SG. Zwei Minuten vor Ende beim Stand von 26:25 aus Birkenauer Sicht nahmen die Gäste die gegenwärtig gefährlichsten TSV-Schützen, Lanci und Varak, durch eine doppelte Manndeckung aus dem Spiel. Den sich nun bietenden Platz nutzte Jost und erbeutete einen Strafwurf sowie eine Zeitstrafe gegen Nußloch. Der junge Simon Spilger, der in der ersten Halbzeit bereits einen Strafwurf ungenutzt gelassen hatte, trat an die Linie. Abgeklärt traf er zum 27:25. Durch Fehlwürfe auf beiden Seiten hatte dieser Spielstand einige Zeit Bestand. Birkenaus Torwart vereitelte 50 Sekunden vor Schluss einen Wurf von Rechtsaußen. Tonci Peribonio zückte die grüne Karte und bat sein Team zum Gespräch. Außenspieler David Hoffmann blieb es vorbehalten, den 28:25-Endstand zu markieren.

TSV-Präsident Denger gab sich nach Schlusspfiff erfreut ob des „glücklichen, aber verdienten Sieges“, betonte aber, dass es nicht mehr viele solcher Spiele geben solle, da seine Nerven dies nicht mehr aushielten! Das Trainerduo Peribonio/Kadel sprach von einer „kämpferisch und spielerisch“ guten Leistung und war zufrieden über den doppelten Punktgewinn. Der scheidende Tobias List empfand das Spiel als „super emotional“ und lobte, durch die Unterstützung des Vereins zu einem Spieler der ersten Mannschaft herangereift zu sein. Er sah den Schlüssel zum Erfolg im guten Start der zweiten Halbzeit und der Minimierung der Fehlwürfe. Birkenau hat nun ein ausgeglichenes Punktekonto aufzuweisen und befindet sich damit auf dem achten Tabellenplatz.

TSV Birkenau: Fischer, Denger; Höhne, Junkert 2, Fey 1, List, Spilger 2/1, Fremr, Varak 4, Widmann 2, Hofmann 3, Jost 6, Lanci 8

SG Nußloch: Weimer, Elfner; Kulikowski, D. Müller 5, Masica, Gutfleisch 4, Merbecks, Bitz 3, C. Müller, Catak 1, Djozic 3/3, Häfele, Mantek 8, Heitzler

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