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Wie eine Niederlage und ein Schlag ins Gesicht fühlte sich das 31:31 (17:11) des TSV Birkenau am Samstagabend gegen die HSG Langenau/Elchingen an. So konnte keiner über den Punktgewinn jubeln, der in allerletzter Sekunde erst zustande gekommen war, am allerwenigsten Trainer Tonci Peribonio. „Wir haben mit 29:22 sieben Minuten vor dem Ende geführt und uns dann auf dem Vorsprung ausgeruht. Langenau hat umgestellt und ‚Alles oder Nichts‘ gespielt. Wenn Jan Fremr nicht mit dem Schlusspfiff noch zum 31:31 getroffen hätte, hätten wir mit leeren Händen dagestanden. Dabei haben wir bis zur 53. Minute wirklich gut gespielt.“

So hat Trainer Peribonio auch gleich mehrere Gründe für diesen Punktverlust ausgemacht. „Uns ist irgendwann die Puste ausgegangen und die Konzentration, während Langenau frisch war und durchwechseln konnte. Tomas Lanci hat sich früh in der Partie am Knie verletzt und wollte eigentlich in der zweiten Halbzeit nicht mehr spielen. Ich habe ihm gut zugeredet und er hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Doch irgendwann ging es bei ihm auch nicht mehr.“ Jedoch war es nicht nur die Verletzungssituation, die dem TSV den Punkt kostete. Sascha Höhne stand um die 40. Minute herum plötzlich einfach von der Bank auf und verschwand in der Kabine. „Damit hat er uns geschadet, denn als Tomas Lanci nicht mehr konnte, hatte Gerrit Fey keine Möglichkeit mehr zu wechseln. Ich weiß nicht, wo sein Problem liegt – ich denke er war beleidigt, weil er bis dahin nicht eingesetzt worden war. Das wird jedenfalls Konsequenzen haben, denn man darf seine Mannschaft nicht so im Stich lassen“, sagt Peribonio verärgert.

Denn dass gerade ein wenig eingesetzter Spieler am Ende das Zünglein an der Waage sein kann, bewies Kapitän Jan Fremr. Nur auf der Bank oder in der Abwehr fand sich Fremr in dieser Partie wieder, bis er am Ende doch noch einmal in den Angriff durfte. Birkenau hatte durch Unkonzentriertheiten und Zeitstrafen innerhalb von nur fünf Minuten einen komfortablen 29:22 Vorsprung verspielt und lag nun 13 Sekunden vor dem Ende sogar mit 30:31 zurück. Gerrit Fey versucht sich durchzusetzen, wird gefoult und nun sind es noch drei Sekunden. Der Freiwurf geht quer durch den Kreis zum vollkommen freien Fremr. Der steigt hoch, wirft und dreht den Ball am Langenauer Torwart vorbei in Richtung lange Ecke, wo er zusammen mit dem Schlusspfiff einschlägt. Tor fordert Birkenau – kein Tor argumentiert der Gegner und konfus schauen die beiden nicht immer souverän wirkenden Schiedsrichterinnen. Rund 60 endlose Sekunden verrinnen ehe die Entscheidung steht: Tor für die Birkenauer Falken, wenigstens das Unentschieden gegen den direkten Tabellennachbarn ist gesichert.

„Schlecht gespielt haben wir sicher nicht, wir haben nur irgendwann vergessen weiterzuspielen“, kommentiert Co-Trainer Volker Kadel die Partie. „Wir haben dann irgendwann einfach abgeschaltet und die klare Linie verloren.“ Dem stimmt Peribonio nur zu. „Gerade am Ende hat Langenau gemerkt, dass noch etwas möglich ist, während wir dem hohen Tempo Tribut zollen mussten.“

Marc Schüler

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