Ausgiebig feierte der TSV Birkenau sein 125-jähriges Vereinsjubiläum. Die Handballabteilung, sportliches Aushängeschild des Klubs, kam dabei bisher noch nicht zu ihrem Schmankerl. „Das haben wir uns für den Schluss aufgehoben“, freut sich TSV-Geschäftsführer Daniel Götz über den sportlichen Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltungen. Am Freitag, dem 5. August um 19.45 Uhr gastiert Bundesligist TV Großwallstadt zu einem Freundschaftsspiel in der Langenberghalle.

Zustande kam der Kontakt über den jetzigen sportlichen Berater des TSV und ehemaligen TVG-Spieler Jörg Kunze. Wir unterhielten uns mit dem 80-fachen Nationalspieler.

Jörg, zuletzt spielten Sie in der Landesliga bei der SG Hohensachsen. Wo sieht man Sie nach der Auflösung der SGH-Handballabteilung in dieser Saison?

Jörg Kunze: So wie es aussieht nirgendwo. Ich bin beruflich stark engagiert und die wenige Freizeit verbringe ich mit meiner Familie. Wenn meine Töchter mal in der Schule sind, steige ich als Funktionär oder Trainer vielleicht mal wieder mehr ins Handball ein.

Aber so ganz können Sie die Finger doch nicht von ihrem Sport lassen. Wie stellt man sich denn die Funktion als sportlicher Berater beim TSV Birkenau vor?

Kunze: Zuallererst mal als eine inoffizielle Funktion ohne festes Amt, das könnte ich zeitlich nicht leisten. Ich würde auch gerne ein-, zweimal die Woche bei Roger Grössl mittrainieren, um mich fitzuhalten, aber es geht einfach nicht. Meine Funktion bezüglich der ersten Mannschaft, sehe ich darin, meinen Freund Markus Walter bei Spielergesprächen zu unterstützen oder eben, wie jetzt beim Spiel gegen Großwallstadt, Kontakte herzustellen.

Sie haben neun Jahre für Großwallstadt gespielt, welche Kontakte haben Sie noch dorthin?

Kunze: Den dicksten Kontakt habe ich zu Uli Wolf, mit dem ich schon in Leutershausen gespielt habe und der jetzt ja Sportlicher Leiter beim TVG ist. Er ist auch mein Trauzeuge und so war die Großwallstadter Bereitschaft für das Spiel relativ früh klar. Es war nur eine Terminfrage, weil im Vorfeld ab 18 Uhr ja auch die beiden Traditionsteams des TSV Birkenau und der SG Leutershausen gegeneinander spielen werden. Das galt es abzustimmen.

In welchem der beiden Traditionsteams werden Sie denn auflaufen?

Kunze: Das ist ja das Tragische: Ich komme erst sonntags mit meiner Familie aus dem Urlaub aus Spanien zurück.

Das ist ja sehr schade. Aber apropos Spanien – dort spielte sich Ihr größtes Erlebnis mit Großwallstadt ab, oder?

Kunze: Richtig, das Endspiel im Europapokal um den City-Cup im Jahr 2000. Wir spielten gegen Valladolid, hatten das Heimspiel bereits mit acht Toren gewonnen und lagen da schon mit sechs Treffern hinten. Dann warf ein Spanier im Rückspiel unserem Torhüter beim Siebenmeter genau auf die Birne und bekam dafür die rote Karte. In diesem Hexenkessel regnete es von den fanatischen Fans zehn Minuten lang Pesetenstücke, die Partie wurde so lange unterbrochen. Diese Atmosphäre war gigantisch und wäre mir selbst dann als Höhepunkt mit Großwallstadt in Erinnerung geblieben, wenn wir dort nicht noch den Cup geholt hätten.

Schöne Erinnerungen – wie passt das zu Ihrem Engagement bei einem Verein wie dem TSV Birkenau, der gerade in die Badenliga abgestiegen ist?

Kunze: Zunächst einmal liegt es auf der Hand, sich bei dem Handballverein am Wohnort zu engagieren. Zudem empfinde ich den Weg, den der TSV einschlägt, als richtig.

Notgedrungen auf die eigene Jugend zu setzen?

Kunze: Klar! Alles andere wäre Harakiri gewesen. Der TSV hat eine ganz hervorragende Jugendarbeit. Das Schwierige wird sein, die Talente auch im Verein zu halten. Darin besteht nun die Hauptaufgabe. Und vielleicht kann ich dazu ja auch meinen Teil beitragen.

Quelle: WNOZ.de

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