Falken drehen Wahnsinnsspiel beim Tabellenführer nach Mega-Comeback

Was für ein Spiel. Was für ein Fight. Und am Ende: pure Ekstase.

Der TSV Birkenau gewinnt beim Tabellenführer TSG Wiesloch mit 24:23 – und das nach einer ersten Halbzeit, die alles andere als nach Auswärtssieg aussah.

Von Beginn an lief es für die Falken überhaupt nicht rund. Wiesloch drückte sofort aufs Gas, verteidigte stark und ließ Birkenau kaum Luft zum Atmen. Nach fünf Minuten stand es 1:4, wenig später sogar 3:8 – und man hatte das Gefühl, hier könnte es richtig bitter werden. Birkenau wirkte einen Schritt zu spät, nicht richtig im Spiel, die Leichtigkeit der letzten Wochen war wie weggeblasen.

Zwar stemmten sich Philipp Schmitt und Marcel Spindler zwischenzeitlich dagegen, doch Wiesloch blieb gnadenlos effektiv. Selbst in Unterzahl zog der Tabellenführer davon und stellte auf 14:7 – ein echter Nackenschlag. Die Falken kämpften, aber mehr als Schadensbegrenzung war zunächst nicht drin. Mit 16:11 ging es in die Kabine.

Trainer Stefan Pohl brachte es auf den Punkt: „Wiesloch war in Halbzeit eins klar stärker. Wir waren oft den berühmten Schritt zu spät. Die Bindung in unserem Spiel hat gefehlt.“

Doch was dann folgte, war ein komplett anderes Spiel.

Mit Wiederanpfiff stand ein anderes Birkenauer Team auf der Platte: aggressiver, wacher, giftiger. Der erste Zweikampf von David-Denny Hirsch setzte direkt ein Zeichen – und plötzlich war da Energie. In Überzahl arbeiteten sich die Falken Tor um Tor heran. Beim 16:16 durch Ronny Unger war das Spiel endgültig gekippt.

Jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Wiesloch reagierte, stellte auf den siebten Feldspieler um und blieb zunächst dran. Doch Birkenau hielt dagegen – und hatte plötzlich einen Mann im Tor, der zur Wand wurde: Nico Patermann. Er war schlicht nicht zu bezwingen. Freie Würfe, klare Chancen – egal.

Vorne blieb es harte Arbeit, aber Hirsch traf zum 22:22, Schmitt blieb vom Punkt eiskalt – und dann kam dieser Moment: Marcel Spindler nimmt sich ein Herz, zieht durch und netzt zur Führung ein.

Die letzten Sekunden? Nichts für schwache Nerven. Wiesloch nochmal mit der Chance – Außenwurf… Pfosten!

Abpfiff. Auswärtssieg. Eskalation.

„Zum Schluss haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben – und diesmal war das Spielglück auf unserer Seite“, sagte Pohl nach dem Spiel. „Hut ab vor den Jungs, wie sie sich da selbst wieder rausgezogen haben. Im Hinspiel war es genau umgekehrt. Am Ende steht der starke Kampf, das Nicht-Aufgeben und die pure Freude.“

Mit diesem Sieg im Rücken geht’s jetzt ins Derby gegen Weschnitztal am 11. April – und da ist noch eine Rechnung offen.

TSV: Samardzic, Patermann; Fuchslocher, May, Unger (4), Majirsky (1), N.Jöst, Brock (1), Wolß, Fickel (2), M.Jöst (1), Spindler (3), Hirsch (4), Sedlacek, Schmitt (8/8)