Falken in der crunchtime nicht abgezockt genug

Nach einer nervenaufreibenden Partie trennten sich der TSV Birkenau und der TSV Bönnigheim am Samstagabend mit 29:29. Fehlende Crunchtime-Mentalität verhinderte dabei den nächsten Heimsieg der Falken.

Beide Mannschaften starteten mit einigen Unkonzentriertheiten ins Spiel. Während die TSV Abwehr von Anfang an wach war, prägten Ballverluste und Fehlwürfe den Angriff. Erst in der fünften Spielminute war es Philipp Schmitt, der per 7m das erste Tor für die Falken erzielte. Mit diesem Treffer stabilisierte sich das Angriffsspiel der Birkenauer, die in der 10. Minute durch Mika Hofmann mit 3:1 in Führung gingen. Auch die Torhüter der Hausherren wurden in der Folge zum gewohnt starken Rückhalt für ihre Abwehrreihe. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fanden auch die Gäste aus Bönnigheim besser ins Spiel und nutzten die erste Unterzahl der Falken, um nach 15 Minuten den Ausgleich wieder herzustellen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Während dem TSV Birkenau nun vermehrt Durchbrüche gegen die robuste Abwehrreihe der Bönnigheimer gelangen, brachten die Gäste ein ums andere Mal ihre Rückraumshooter in günstige Wurfpositionen. In der 22. Spielminute gerieten die Falken erstmals mit zwei Toren in Rückstand, egalisierten diesen jedoch in Form von Ronny Unger, der erneut zum 10:10 ausglich. Allerdings nutzten die Gäste in der Folge ihre eigene Überzahl und die überhasteten Abschlüsse der Falken, um diesen zwei Tore Vorsprung erneut herzustellen und zum 11:13 Halbzeitstand zu treffen.

Die Hausherren kamen gut aus der Kabine und erzielten schon drei Minuten nach Wiederanpfiff den Ausgleich zum 14:14. Durch geduldiges Angriffsspiel fanden die Falken nun immer wieder Ronny Unger am Kreis oder räumten auf die Außenpositionen ab. Vor allem Mika Hofmann auf Rechtsaußen zeigte sich an diesem Abend treffsicher, zehnmal fand sein Abschluss den Weg ins gegnerische Tor. In der Abwehr taten sich die Birkenauer besonders mit den Übergängen des TSV schwer. Mithilfe eines zweiten Kreisläufers gelang es den Bönnigheimern die eher offensiv agierende Abwehr der Falken zurückzudrängen, um Platz für Würfe aus der zweiten Reihe zu schaffen. Zwar konnten die Gäste immer wieder ein Tor vorlegen, allerdings gelang es dem TSV nie, sich weiter abzusetzen. Nach einer Parade von Nico Patermann war es Mika Hofmann im Konter, der in der 39. Spielminute zur 19:18 Führung einnetzte. Auch die folgende Auszeit der Gäste konnte nicht verhindern, dass die Falken nun mehr und mehr ins Rollen kamen. Durch aktive und aggressive Abwehrarbeit forcierten die Birkenauer Ballverluste des TSV und setzten sich in der 45. Minute mit einem 4:0-Lauf auf 23:19 ab und erhöhten den Vorsprung kurze Zeit später sogar auf fünf Tore. Doch ab der 50. Minute schlichen sich erneut Unkonzentriertheiten ins Angriffsspiel der Falken. Überhastete Abschlüsse und technische Fehler führten dazu, dass Bönnigheim wieder Hoffnung schöpfte und sich innerhalb von fünf Minuten wieder auf zwei Tore heranarbeitete. Eine 2-Minuten Strafe gegen David Denny Hirsch setzte den TSV zusätzlich unter Druck. Zwar parierte Patrick Samardzic den daraus entstandenen 7m, musste im Anschluss jedoch für den sechsten Feldspieler auf der Bank platz nehmen. Zwei leichte Ballverluste der Falken im Angriff führten zu zwei schnellen Toren der Bönnigheimer, der Ausgleich zum 27:27 landete im leeren Tor der Hausherren. Eine Minute vor Schluss gelang Bönnigheim der Treffer zur 28:29 Führung. Doch Philipp Schmitt behielt die Nerven und traf zum 29:29 Endstand. Zwar kamen die Birkenauer nach einem Fehlwurf des TSV nochmal in Ballbesitz, konnten diesen jedoch nicht mehr in eine Chance ummünzen.

„Wir haben ordentlich gedeckt, unsere Torhüter haben wieder einen guten Job gemacht, aber im Angriff stehen wir uns am Ende einfach selbst im Weg. Eine fünf Tore Führung darfst du in den letzten zehn Minuten nicht mehr so aus der Hand geben. Wir haben irgendwie alle ein bisschen den Kopf verloren und nicht mehr gut zusammengespielt“, resümiert Trainer Pohl.

Am kommenden Samstag steht für den Falken die Auswärtsfahrt zur HB Ludwigsburg auf dem Plan, die bis dato erst eine Niederlage gegen den Tabellenführer aus Knittlingen hinnehmen mussten. Ziel dort muss sein, über die vollen 60 Minuten konzentriert zu spielen, um die nächsten Punkte mit nach Birkenau zu nehmen. (lk)

TSV Birkenau: Bonnet, Samardzic, Patermann (Tor); Fuchslocher, Hofmann (10), Unger (4), Jöst, Knogler, Weis (1), Brock (1), Wolß (2), Hirsch (4), Halilovic (4), Schmitt (3/2)