Eine starke Vorstellung legten die Herren des TSV Birkenau beim 32:26(18:13) Heimsieg gegen den Tabellenzweiten TSV Rot/Malsch aufs Parkett der Langenberghalle. Bereits im Hinspiel wussten die Falken zu gefallen, doch fehlte der letzte Punch um die Ein-Tor-Niederlage bei den Red Lobsters zu verhindern. „Die Jungs wollten heute zeigen, dass wir mittlerweile so weit sind, die Spitzenteams nicht nur zu ärgern, sondern auch zu schlagen. Das hat man heute auf dem Spielfeld deutlich gesehen. Wir haben einen sehr guten Gegner deutlich besiegt“, resümierte Trainer Pohl das Auftreten seiner Spieler. Doch der Reihe nach.

Bereits früh zeigte sich die Entschlossenheit der Falken, allen voran Marco Jöst. Der Shooter benötigte nur 30 Sekunden für zwei seiner Rückraumkracher um die Falken von 2:2 auf 4:2 (4.) erstmals in Front zu werfen. Doch die Red Lobsters, punktgleich im Meisterkampf mit der TSG Wiesloch, wehrte sich und übernahm beim 5:6 (11.) leicht die Kontrolle. Nach dem 6:7 (13.) kassierte Birkenaus Trainer Pohl dann erst die gelbe Karte einen Angriff später dann eine Zeitstrafe. „Ich war da mit zwei Entscheidungen nicht einverstanden, das hat man mir wohl angesehen, folgerichtig wurde das bestraft. Das war in fast 30 Jahren Trainertätigkeit die zweite Zeitstrafe, das darf mir nicht passieren, zumal ich dieses Jahr auch wieder selbst aktiv pfeife“, übernahm er für die numerische Schwächung seines Teams die Verantwortung. Doch seine Spieler steckten das sehr gut weg. Kurze Zeit später beim Stand von 8:8 (17.) dann die Auszeit der Falken. „Wir waren im Innenblock etwas zu abwartend, ich wollte mehr Initiative“, lag nun der Fokus wieder klar auf dem Sportlichen. Und die Spieler setzten es überragend um. Bis zum 10:10 (21.) konnten die Gäste noch mithalten, ehe erst Ronny Unger und im Anschluss Marvin Brock jeweils per Doppelpack trafen. Jakub Majirsky krönte schließlich diesen Zwischensprint zum 15:10 (25.). Doch Rot/Malsch hielt dagegen verkürzte nochmal beim 16:13 (29.). Allerdings hatte Marco Jöst noch nicht genug. Er zeigte sich in überragender Form, erzielte seine Tore sieben und acht und brachte seine Farben zum Halbzeitpfiff mit 18:13 in Front. „Die erste Halbzeit war echt stark. Wir waren vorne sehr effektiv, Marco hat „Lights out“ gespielt. Hinten waren wir dann sehr beweglich. Kassieren in den letzten dreizehn Minuten nur fünf Gegentore“, war Trainer Pohl vom Auftritt seiner Jungs begeistert.
Auch der Start in zweite glückte. Marcel Spindler stellte in Überzahl auf 20:14 (34.). Auch die Bank der Gäste echauffierte sich nun zu deutlich auf Kosten einer Zeitstrafe. Tobias May ließ sich nicht zweimal bitten und schraubte den Vorsprung auf 22:15 (38.). Rot/Malsch gab das Spiel noch nicht aus der Hand, legte selbst zwei Treffer nach und stellte beim 22:17 (39.) Falken-Spielmacher David-Denny Hirsch unter Sonderbewachung. Birkenau reagierte sofort und besprach in der Auszeit seine taktische Antwort. Marvin Brock übernahm nun das Kommando und erzielte das 23:17 (40.) und kurze Zeit später das 25:19 (43.). Auch der nun eingewechselte Alex Fickel, der aufgrund eines längeren Urlaubs sein letztes Heimspiel im Dress der Falken spielte und vor dem Anpfiff mit einem Präsent vor den Zuschauern verabschiedet wurde, fügte sich gleich mit einem Treffer ein. Eine Zeitstrafe gegen Niclas Jöst nutzen die Gäste zu zwei schnellen Toren. Weil der TSV auf diese keine Antwort gab und Lennart Moser dann auch das 26:23 (50.) erzielte, versuchten die Falken ihr Spiel in einer Auszeit neu zu sortieren. Patrick Samardzic entschärfte zum richtigen Zeitpunkt gute Torchancen der Red Lobsters und vorne trafen zuerst Philipp Schmitt, der an diesem Abend perfekt von der Strafwurflinie blieb, und im direkten Anschluss Jakub Majirsky zum 28:23 (52.) aus Falkensicht. Die Gäste nutzten ihre letzte Auszeit, zogen nun alle Register. Im Angriff brachte man für kurze Zeit den siebten Feldspieler und in der Abwehr wurde ein weiterer Spieler in Manndeckung genommen. Doch der TSV spielte das nun clever aus. Erneut Schmitt und Majirsky trafen und Tobias May war es beim 32:26(59.), der den Deckel draufsetzte und den Endstand erzielte.

„Kompliment an die Gäste, das war heute auch vom Coaching sehr viel Arbeit. Vollster Respekt vor meinen Spielern. Heute haben alle gezeigt, was sie im Stande sind zu leisten. Wir hatten auf keiner Position Ausfälle, das hat echt Spaß gemacht anzuschauen“, teilte Trainer Pohl die Meinung auch mit den Zuschauern, die voll des Lobes über diese Vorstellung waren.
TSV: Patermann, Samardzic; May (2), Unger (4), Majirsky (5), N.Jöst, Böhm, Brock (3), Wolß, Fickel (1), M.Jöst (9), Spindler (2), Hirsch (1), Sedlacek, Schmitt (5/5)

