In ihrem ersten Auswärtsspiel der Saison konnten die Herren des TSV Birkenau bei den Handballwölfen Plankstadt keine Punkte mitnehmen. Mit einer knappen 24:21 Niederlage im Gepäck traten die dünnbesetzten Falken am Sonntagabend die Rückreise an.
Bereits vor Beginn des Spiels war klar, dass dem TSV in Plankstadt eine schwere Aufgabe bevorstand. Die Verletzungssorgen sind groß, viele Alternativen standen Trainer Stefan Pohl nicht zur Verfügung. Dennoch wollte man sich im Kessel der PLARENA nicht ohne Kampf geschlagen geben.
Schon in der Anfangsphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, auch nach zehn Minuten (4:4) konnte sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen. Sowohl der TSV als auch die Gastgeber hatten im gebundenen Angriffsspiel ihre Schwierigkeiten, was nicht zuletzt an stabil agierenden Abwehrreihen lag. Zu viele überhastete Abschlüsse prägten die ersten Minuten. Die Hausherren gingen den Rückraum des TSV früh an, um die 1-gegen-1 starken Spieler der Birkenauer unter Druck zu setzen. Doch die Falken stemmten sich vor allem in Person von Marvin Brock dagegen, dem in der ersten Halbzeit ein ums andere Mal der Durchbruch auf der rechten Angriffsseite gelang. Auch Patrik Samardzic im Tor entschärfte entscheidende Bälle, wodurch er ein frühes Davonziehen der Gastgeber verhinderte. In der 16. Spielminute setzten sich die Hausherren dennoch erstmals mit 9:6 ab. Doch Pohl fand in der folgenden Auszeit wohl die richtigen Worte. Brock brachte den Gästen mit zwei Treffern in Folge erneut den Anschluss. Auch Aljosa Halilovic fand nach anfänglichen Schwierigkeiten nun besser ins Spiel und traf mit einem seiner acht Tore zum 11:11 Halbzeitstand.
Was schon vor der Partie absehbar gewesen war, hatte sich in den ersten 30 Minuten bestätigt: Dieses Spiel würde sich über Kampf und Mentalität entscheiden. Beide Mannschaften kamen gut aus der Kabine, erneut war es Marvin Brock der zweimal zum Stand von 12:13 für den TSV einnetzte. In der Folge heizte sich die Stimmung in der PLARENA immer weiter auf, was sich auch auf die Spieler auf dem Feld übertrug. Hektik schlich sich ins Spiel der Birkenauer, zu wenig Bewegung im Angriff und zu viele technische Fehler verhinderten ein weiteres Absetzen. Das Spiel entwickelte sich nun mehr und mehr zu einem Kampf. Innerhalb von sieben Minuten verhängte das Schiedsrichtergespann fünf progressive Strafen, davon zwei nach einer Auseinandersetzung auf der Platte (41.). Um die daraus folgende Überzahl zu nutzen, griff Pohl kurzerhand zur Time-Out-Karte. Moritz Knogler, vergangene Woche erst 17 geworden, erzielte mit einer starken 1-gegen-1 Aktion seinen ersten Treffer für den TSV Birkenau und stellte wieder auf 16:16 (42.). Doch leider brachte dieses Tor nur einen kurzen Lichtblick. Zunehmend war den Birkenauern anzumerken, dass die Alternativen von der Bank fehlten. Zwar glich Philipp Schmitt in der 47. Spielminute nochmals zum 19:19 aus, eine 2-Minuten-Strafe gegen Niclas Jöst brachte die Falken jedoch im Anschluss aus der Spur. Zu wenig Zusammenspiel und fehlende Ballsicherheit luden die Plankstädter zu einfachen Tempotoren ein, wodurch sich die Hausherren einen 22:19 (53.) Vorsprung herausspielten. Auch die letzte verbleibende Auszeit der Birkenauer änderte an diesem Abstand nichts mehr.
„Abwehr und Torhüter haben einen sehr guten Job gemacht, die Schwierigkeiten lagen heute im Angriff“, analysierte Pohl. „Wir waren immer dann erfolgreich, wenn wir die Abwehr in Bewegung gebracht haben. Das ist uns zu selten gelungen. Mit 17 Fehlwürfen und 21 Ballverlusten kannst du so ein Spiel dann auch nicht gewinnen.“
Der Fokus der Birkenauer richtet sich nun auf das nächste Heimspiel am 3. Oktober um 19:30 Uhr gegen den TSV Wieblingen. Ziel muss es jetzt sein, diesen Dämpfer schnell zu verdauen, um die nächsten beiden Punkte vor heimischer Kulisse einzufahren. (lk)
TSV: Patermann, Samardzic (Tor); Fuchslocher, Unger (1), Majirsky, Kreis, Jöst, Knogler (1), Böhm (2), Weis, Brock (7), Halilovic (8), Schmitt (2)

