TSV Birkenau verliert beim Spitzenreiter – und muss den nächsten Schock verkraften

Eine Halbzeit lang halten die Birkenauer Handballer mit dem ungeschlagenen Tabellenführer Bottwar SG mit. Eine Szene macht die Niederlage noch bitterer.


Birkenau. Eine starke erste Hälfte hat den Handballern des TSV Birkenau bei der Bottwar SG nicht gereicht: Der ungeschlagene Tabellenführer hat nach der Pause kurz die Muskeln spielen lassen, zog davon und ließ sich nicht mehr einholen. Die Odenwälder mussten die Heimreise nach dem 27:37 (14:16) ohne Zählbares im Gepäck antreten – und müssen künftig auch noch auf ihren Kapitän Marvin Brock verzichten, der sich eine Verletzung zuzog und sich unter anderem zu Spielmacher David Danny Hirsch ins Lazarett gesellt.

Der TSV kam im Ländle gut ins Spiel und fand in den ersten Minuten durch Bewegung ohne Ball und konsequenten Zug zum Tor immer wieder gute Lösungen gegen die offensive Abwehrreihe der Hausherren. Insbesondere Max Wolß wusste mit viel Tempo und guten Einzelaktionen zu überzeugen. Der Linksaußen erzielte drei der ersten vier Birkenauer Tore. Mit einem Spielstand von 5:4 nach neun Minuten gestaltete sich die Anfangsphase ausgeglichen.

Doch im Anschluss kam die SG besser ins Tempospiel und fand durch eine hohe Passgeschwindigkeit immer wieder ihre freien Spieler auf Außen oder am Kreis. So setzte sich Bottwar erstmals mit drei Toren ab (11.). In der folgenden Auszeit fand TSV-Trainer Stefan Pohl jedoch die richtigen Worte. Die Laufwege im Angriff der Gäste wurden klarer und die Würfe fanden nun wieder ihren Weg ins Tor. Bis zur 20. Minute arbeiteten sich die Gäste auf 10:9 heran und zwangen die SG zur Auszeit.

Birkenau-Kapitän Brock muss nach Foul runter

Kurz nach Wiederanpfiff folgte jedoch ein Schockmoment. Birkenaus Marvin Brock wurde frei vor dem Tor von seinem Gegenspieler niedergerissen und musste nach kurzer Behandlung das Spielfeld verlassen. Aufgrund des harten Einsteigens war die Partie für ihn frühzeitig beendet – Birkenau muss den nächsten Ausfall hinnehmen. Den Strafwurf verwandelte Phillipp Schmitt sicher zum 11:10.

Auch in der folgenden Überzahl fanden die Falken, deren Abwehr nun wieder stabiler stand, gute Lösungen. In der 28. Minute war es Mika Hofmann im Tempogegenstoß, der den Ausgleich (13:13) für die Gäste erzielte. Jedoch schalteten die Hausherren nochmal einen Gang hoch und erspielten sich eine knappe 16:14-Halbzeitführung.

Den Schwung der starken ersten Hälfte konnten die Falken nach Wiederanpfiff nicht mitnehmen. Zwar erzielte Jakub Majirsky mit dem 16:15 den ersten Treffer des zweiten Durchgangs, in der Folge scheiterten die Birkenauer jedoch zu oft an SG-Torhüter Max Wien oder am Aluminium.

Auch TSV-Schlussmann Patrik Samardzic, der immer wieder freie Würfe der Bottwarer entschärfte, konnte nicht verhindern, dass sich die SG schnell mit vier Toren absetzte (33.). Die Anweisungen im Time-Out brachten diesmal nicht die gewünschte Wirkung.

Bottwar schraubt Ergebnis hoch

Zwar ließ der TSV den Abstand bis zur 44. Minute nicht mehr größer werden, näher ran kamen die Hausherren aber auch nicht. Zu behäbige Rückzüge machten es den Hausherren einfach, die im Tempo und über die Kreisposition ein Tor nach dem anderen erzielten.

So gab Birkenau-Coach Pohl in der Schlussphase vor allem den vielen jungen Akteuren Spielzeit. Mika Hofmann und Moritz Knogler durften auf die Platte und konnten in dieser Phase gute Durchbrüche und Rückraumtore zeigen. Eine Unterzahlsituation, technische Fehler und schwindende Kräften ließen den Rückstand immer weiter anwachsen.

Dass die Falken auch ersatzgeschwächt eine Halbzeit lang mit einem Spitzenteam der Liga mithalten können, haben sie am Samstagabend in Bottwar jedoch unter Beweis gestellt. (lk)

TSV Birkenau: Bonnet, Samardzic; Fuchslocher, May (3), Hofmann (5), Unger (2), Majirksy (4), Knogler (3), Weis, Brock (1), Wolß (4), Halilovic (4), Schmitt (1/1).